Wenn Alpenküche auf norddeutsche Küste trifft: Christoph Parzer feiert Premiere beim 39. Schleswig-Holstein Gourmet Festival

Das große Backsteinhaus mit rotem Ziegeldach ist von Bäumen und gepflegten Sträuchern umgeben und verfügt über eine runde Auffahrt aus Kopfsteinpflaster und ein zentrales Gartenbeet.

Mitte Oktober 2025 verwandelte der 38-jährige Oberösterreicher Christoph Parzer den historischen Friederikenhof bei Lübeck in eine Bühne für eine außergewöhnliche Geschmacksreise zwischen Traunsee und Elbe-Lübeck-Kanal. Anlässlich des 39. Schleswig-Holstein Gourmet Festivals demonstrierte der mit 14,5 Punkten und 2-Hauben im Gault&Millau ausgezeichnete Koch an zwei Abenden zusammen mit Teilen seines eigenen und dem Küchenteam von Jürgen Ucke aus dem Friederikenhof, warum der kulinarische Alpen-Küsten-Dialog unbedingt intensiviert und fortgeführt werden sollte.
  
Das Romantik Hotel Friederikenhof bot die perfekte Kulisse für Parzers „Kulinarik-Symphonie” vor norddeutschem Publikum. Der denkmalgeschützte, ehemalige Gutshof in Lübeck-Oberbüssau ist seit Jahrzehnten für seine bodenständige Verbindung aus nordischer Eleganz und herzlicher Gastlichkeit vor den Toren der Hansestadt bekannt.

Zwei Regionen tanzen auf einem Teller

Was Christoph Parzer beim diesjährigen 39. Schleswig-Holstein Gourmet Festival auf die Teller zauberte, war weit mehr als bloße Menükomposition – es war eine kulinarische Erzählkunst über die Kraft regionaler Produkte und die Magie ihrer Verschmelzung. Seine Prämisse für den Abend war es, das Beste aus Österreich und Schleswig-Holstein zusammenzubringen, ohne dass eine Seite die andere übertönt.
 
Den Auftakt machte ein Schafskäse aus Traunkirchen, der kunstvoll in einem nachgeahmten Miniaturmuskatkürbis eingelassen und zusammen mit Zander, Kürbiskernen und einer japanischen Dashi-Sauce serviert wurde.

Eine kleine kürbisförmige Garnitur liegt auf einem Teller mit Kräutern und Grünzeug, während eine Soße aus einem weißen Krug in die Schale gegossen wird.

Als zweiter Gang folgte ein Steinbutt, den Parzer mit Algen, Steckrüben und Nordseekrabben zu einer Hommage an die maritime Kultur der Küste kombiniert hatte. Die erdigen Noten der Steckrüben harmonierten mit der salzigen Frische der Algen, während die Krabben für jene Textur sorgten, die der Steinbutt allein nie erreichen könnte.

Ein pochiertes Ei mit Kaviar liegt auf einem Bett aus Gemüsewürfeln und Sauce, garniert mit Mikrogrün in einer weißen Schale.

Den Höhepunkt des Abends bildete ein Kobe-Beef, jenes japanische Rindfleisch von außergewöhnlicher Marmorierung und Zartheit, das mit geräuchertem Aal aus der Region, Sauerklee und Kaviar gereicht wurde. Eine Kombination, die auf dem Papier gewagt klingt, auf dem Teller jedoch pure Harmonie und Euphorie zugleich war. Der Aal brachte rauchige Tiefe und ergänzte damit das buttrige Kobe Beef, während Sauerklee für frische Säure und Kaviar für maritime Eleganz sorgten. „Alpenland trifft Küstenland” – selten wurde dieses Motto so eindrucksvoll interpretiert.

Eine Hand gießt dunkle Soße aus einem weißen Krug in eine Schale mit grüner Mousse, lila Blättern und Garnierungen auf einem gedeckten Restauranttisch.

Im Anschluss demonstrierte Parzer mit einem saftigen Rehrücken, begleitet von Roter Rübe, Schwarzkohl, Preiselbeeren und einem Erdäpfelbaumkuchen (einer oberösterreichischen Spezialität aus geriebenen Kartoffeln und Gewürzen), seine Fähigkeit, rustikale Tradition in zeitgenössische Eleganz zu übersetzen. Hier sprach die alpine Jagdkultur zu norddeutschen Gaumen – und fand begeisterte Zustimmung.

Ein Gourmetgericht mit gebratenem Fleisch, Kartoffelschichten, Gemüse und Soße, serviert auf einem grauen Keramikteller, mit Weingläsern und Besteck im Hintergrund.

Das Finale glich einer Liebeserklärung an zwei Regionen: Zwetschke traf auf Topfen, Mohn und Fichte – und natürlich auf Lübecker Marzipan. In diesem Dessert verdichtete sich das gesamte kulinarische Narrativ des Abends: lokale Identität, handwerkliche Exzellenz und der Mut, Grenzen zu überschreiten.

Eine Nachspeise auf einer Platte mit einem Fruchtkompott mit einer Kugel aus Streuseln und weißen Streuseln, serviert mit Eis, Orangensorbet und Streuseln in einer separaten Schale.

Christoph Parzer hat beim Schleswig-Holstein Gourmet Festival nicht nur seine Premiere gefeiert. Er hat ein Statement gesetzt. Eines, das besagt: Die Zukunft der gehobenen Gastronomie liegt nicht im Festhalten an starren regionalen Identitäten, sondern im respektvollen Dialog zwischen Kulturen, Produkten und Traditionen, die stets eine Reise wert sind.

Kommende Genussstationen und ein weiteres Premieren-Highlight

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, hat bis zum 29. März 2026 viele weitere Gelegenheiten, teils mehrfach ausgezeichnete nationale und internationale Köche kennenzulernen und ihre besonderen kulinarischen Kreationen zu genießen. Dabei können zahlreiche Restaurants und Fine-Dining-Adressen in Schleswig-Holstein bereist werden, die zum Teil mehr oder weniger bekannt sind.

Ein besonderes Highlight ist die diesjährige Premiere des Charity-Dinners mit Live-Musik am 23. November 2025 in der Gutsküche in Wulksfelde. An diesem Abend kochen vier Spitzenköche, die zugleich Väter sind, für den guten Zweck bzw. für den Kinderschutzbund Schleswig-Holstein.


Weitere Informationen zu allen Terminen und Köchen beim 39. Schleswig-Holstein Gourmet Festival erhalten Sie unter: www.gourmetfestival.de.

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