Maison Heler in Metz – ein bewohnbares Kunstwerk mit zwei Gastronomiekonzepten

Ein metallisches, turmartiges Haus mit hohen Fenstern und spitzem Dach steht in der Abenddämmerung hinter einer Reihe ordentlich gestutzter Bäume und Hecken.

Zusammen mit dem im März 2025 eröffneten Hotel Maison Heler im Amphitheater-Viertel von Metz, eröffneten zeitgleich seine beiden Restaurantkonzepte „La Cuisine de Rose“ und „La Maison de Manfred“. Das Hotel, ein architektonisch markanter Bau mit 104 Zimmern und Suiten, wurde von Philippe Starck entworfen und versteht sich als bewohnbares Kunstwerk. Es befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Centre Pompidou-Metz und folgt einer durchkomponierten Erzählweise. Die beiden Restaurants sind inspiriert von den fiktiven Charakteren Manfred Heler und seiner imaginären Liebe Rose, beide Hauptfiguren aus dem Werk La Vie Minutieuse de Manfred Heler, das von Stardesigner Starck selbst verfasst wurde und bei Allary Éditions erschienen ist.

Ein Raum in Rosa – La Cuisine de Rose

Im Erdgeschoss des Hotels liegt La Cuisine de Rose. Der Name ist Programm. Der Raum ist in Rosatönen gehalten, hell und offen, mit einem über der Bar schwebenden Origami-Flugzeug. Fotografien an den Wänden zeigen Erfindungen, die Assoziationen zu einer Werkstatt wecken. Die Gestaltung verweist subtil auf die Figur Manfred und seine Liebe Rose.

Modernes Restaurantinterieur mit gedeckten Esstischen, schwarzen Stühlen, gerahmter abstrakter Kunst an einer weiß gefliesten Wand und Umgebungsbeleuchtung.

Die Speisekarte wird saisonal zusammengestellt und entsteht in enger Zusammenarbeit mit Produzenten aus der Region. Der Fokus liegt auf frischen, gesunden Zutaten, die in Kombination mit kräftigen Aromen verarbeitet werden. Serviert werden unter anderem Foie Gras, Tatar von der Dorade, Garnelen oder die jeweils täglich wechselnde Tarte, stets begleitet von Gemüse der Saison.

Bei den Desserts stehen klassische Rezepte im Vordergrund. Dazu zählen die „l’île flottante comme avant“ sowie ein Éclair mit piemontesischer Haselnusscreme. Die Gestaltung der Teller, Gläser und sogar des Bestecks orientiert sich ebenfalls an der erzählerischen Linie. Philippe Starck bringt das so auf den Punkt: „Alles, was von Rose kommt, ist rosa.“

La Cuisine de Rose ist tagsüber geöffnet. Gäste können hier frühstücken, mittags einkehren oder den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen verbringen. Durch große Fenster öffnet sich das Restaurant zur Terrasse hin. Der angrenzende Garten ist mit Bäumen bepflanzt und bildet an warmen Tagen eine ruhige, grüne Umgebung.

Erinnerungen in Holz und Leder im La Maison de Manfred

Im neunten Stockwerk des Maison Heler und damit über den Dächern von Metz gelegen, befindet sich La Maison de Manfred. Das Restaurant ist bewusst wie ein familiäres Speisezimmer eingerichtet. Der Raum kombiniert dunkles Holz, lederne Sitzmöbel, grüne Farbakzente und alte Fotografien zu einer Atmosphäre, die sowohl vertraut als auch strukturiert wirkt. Der Bezug zur literarischen Vorlage wird auch hier aufgegriffen. Es heißt: „Strukturiert, sorgfältig, mit einer Modernität, die fest in der Tradition verwurzelt ist.“

Morgens beginnt das Angebot mit regionalen Spezialitäten wie Mirabellenkonfitüre, Honig aus den Vogesen, Brioche mit rosa Pralinen und hausgemachten Madeleines. Die Mittags- und Abendkarte umfasst französische Gerichte, die sowohl von der Region als auch von Manfreds Reisen inspiriert sind. Dazu zählen unter anderem Ceviche oder gebratener Lachs mit Spargelrisotto. Alle Speisen werden in Form kleiner Teller serviert, die sich zum Teilen eignen.

Zum gastronomischen Konzept gehört auch eine Auswahl an Cocktails. Darunter findet sich der Signature Drink „Manfred Heler“, der mit zimt-durchzogenem Gin, geröstetem Ananas-Cordial, Verjus und Eiweiß zubereitet wird. Die Drinks sind Teil eines Begleitprogramms, das nicht als Showelement, sondern als integrativer Bestandteil des kulinarischen Erlebnisses verstanden wird.

Gestalterisch setzt La Maison de Manfred einen weiteren Akzent durch das Werk der Künstlerin Ara Starck. Insgesamt 19 Glasfenster, darunter ein monumentales Einzelstück, bringen Licht und Farbe in den Raum. Je nach Tageszeit verändert sich die Lichtstimmung, die auf das Interieur und die Stadt Metz zugleich wirkt. Von der Terrasse und dem Garten aus lässt sich der Blick auf verschiedene Wahrzeichen der Stadt richten – darunter das Fort Queuleu, das Centre Pompidou und die Kathedrale Saint-Étienne.

Gastronomie als narrative Erweiterung des Hotelkonzepts

Die beiden Restaurants verfolgen ein klares inhaltliches Konzept. Sie sind als Spiegel zweier Figuren gedacht, deren Gegensätze sich ergänzen. La Cuisine de Rose steht für Zartheit und Offenheit, La Maison de Manfred für Erinnerung und Struktur. Beide greifen die narrative Grundlage des Hotels auf und erweitern diese um eine kulinarische Dimension.

Ein runder weißer Tisch mit zwei Stühlen bietet Platz für zwei Cocktails, kleine Schalen mit Vorspeisen und einen Teller mit Gegrilltem, der im Freien im Sonnenlicht steht.
Frühstücken unter freiem Himmel – Terrasse im neunten Stock des Maison Heler

Die beiden Restaurants im Maison Heler sind keine reinen Hotelrestaurants, sondern Teil einer erzählerischen Welt, die Architektur, Literatur und Küche miteinander verbindet.

Architektur, Kulinarik, Umgebung und Erzählung in einem Gesamtkonzept

Sowohl La Cuisine de Rose als auch La Maison de Manfred sind nicht losgelöst vom Gebäude erdacht, sondern als integraler Bestandteil eines Gesamterlebnisses, das sich über Architektur, Erzählung und Kulinarik erstreckt. Das Maison Heler versteht sich nicht als klassisches Hotel, sondern als Konzeptbau auf literarischer Grundlage. Die Räume erzählen Geschichten – nicht plakativ, sondern durch Details, Stimmungen und Materialwahl. Diese Linie wird in den beiden Restaurants fortgeführt. Die eine Welt liegt offen und sanft eingebettet im Erdgeschoss, mit direktem Zugang zu Terrasse und Garten. Die andere zieht sich hoch bis in das neunte Stockwerk, wo sich die Perspektive ändert und der Blick über Metz in das kulinarische Erlebnis mit einfließt.

Auch die Stadt selbst ist Teil des Konzepts. Im unteren Bereich bietet La Cuisine de Rose einen unmittelbaren Bezug zur Umgebung durch den von Bäumen und Sträuchern gesäumten Außenbereich, der das Restaurant optisch und funktional erweitert. Gäste sitzen zwischen Pflanzen, das Licht fällt durch große Fensterfronten, und die urbane Lage tritt für einen Moment in den Hintergrund.

La Maison de Manfred hingegen sucht den Blick in die Ferne. Seine Lage auf dem Dachgeschoss des Hotels erlaubt einen Panoramablick über markante Punkte der Stadt, darunter das Centre Pompidou, das Fort Queuleu und die Kathedrale Saint-Étienne. Diese Öffnung in die Weite steht im Kontrast zur familiären, geschlossenen Einrichtung des Raumes und ergänzt sie zugleich. Die künstlerische Arbeit von Ara Starck – insbesondere das großflächige Glasfenster – verstärkt diesen Eindruck. Das Licht fällt durch farbige Flächen, verändert sich im Tagesverlauf und bringt eine eigene visuelle Dynamik in das Interieur.

Beide Restaurants stehen damit nicht nur für zwei unterschiedliche kulinarische Richtungen, sondern auch für zwei räumliche Konzepte: Nähe und Weite, Erdung und Ausblick. Durch diese Verbindung von Innen und Außen, von Narration und Funktion, gliedern sich La Cuisine de Rose und La Maison de Manfred nahtlos in die architektonische und konzeptionelle Grundidee des Maison Heler ein.


Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.maisonhelermetz.com/